Die Welt um uns

… meint es nicht immer gut mit einem. Bei mir ist es diese Woche bspw. der Dienstag gewesen, der mich an den Rand des Verkraftbaren gebracht hat. Kleiner Auszug gefällig? Bis zu einem eher niederschlagendem Gespräch am Nachmittag – das alleine schon gereicht hätte, um den Tag zu einem Highlight zu machen – verlief der Tag im Büro relativ gemächlich; ab da ging’s dann weiter bergab. Mein Zweitjob orderte mich ab, um den dort geplanten Abend zu retten (heißt den Beamer für das Fußballspiel richtig anzuschließen). Dort angekommen musste ich feststellen, dass alles bereits erledigt war. Na toll, also ab nach Hause und unterwegs mal wieder von der Polizei angehalten worden – ein Fluch dieses Autos.
Zuhause angekommen, schwang ich mich aus Frust auf’s Bike und fuhr ein bisschen durch die Gegend. In Itzum wurde ich beinah über den Haufen gefahren und entging dabei nur knapp einem Herzkollaps. In Sorsum stellte sich heraus, dass der Bekannte, den ich besuchen wollte, gerade nicht in Deutschland ist. Aber alles halb so wild, treffe ich mich halt mit einem Kollegen, der seine Lenkdrachen-Matte in Himmelsthür steigen lassen wollte. Auf dem Truppenübungsplatz werde ich auf dem Bike von einem Hund ins Bein gebissen, lege mich lang, weil ich nicht aus den Klickpedalen komme, werde von Frauchen und Schäfer angemacht: „Scheiß Radfahrer! Selber schuld!“, und fahre blutend nach Hause. Unglaublich, ich bin noch nie gebissen worden und dann einfach so; aus heiterem Himmel. Das kam irgendwie so … unerwartet. An sich tat es auch nicht extrem weh – zumindest hatte ich schon schmerzhaftere Unfälle -, aber als der Köter anfing sich in meinen neuen Schuhen zu verbeißen, wurde ich pissig. Im Krankenhaus gab’s dann mal wieder Tetanol – heute ist mein Arm immerhin nicht mehr ganz so taub – und am Abend wurde ich das zweite mal an diesem Tag angehalten. „Wie, mein Auspuff ist kaputt? Ach ne, sag bloß.“

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte, ist, dass ich unterwegs ’ne Menge alter Automaten an den Häusern gesehen habe. Könnt ihr Euch noch an Eure Kindheit erinnern? Als man für 10pf eine Kaugummikugel gezogen hat oder für 20pf sogar ein kleines Spielzeug, dass in einer Plastikkugel verpackt war. Inzwischen gibt es von diesen Automaten nicht mehr viele; sogar Zigaretten- und Kondomautomaten scheinen zu verschwinden. Ab und an sieht man jedoch welche und dann sollte man zur Kamera greifen. Dokumentiert, was es noch zu dokumentieren gibt! Sucht nicht immer nach imposanten Motiven, denn oft sind es die Dinge, an denen man im Alltag einfach vorbei geht! Dinge, die so selbstverständlich sind, dass wir sie übersehen.

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Interessant werden Alltagsgegenstände insbesondere dann, wenn man eine Serie daraus erstellt Ein einziges Foto von einem Dixi oder dem genannten Kaugummiautomaten ist unspektakulär aber eine Serie gilt als Kunst. Denkt darüber nach, einfacher wird man nicht berühmt *lach*
überlegt Euch jedoch im Vorfeld, wie Ihr solche Dinge präsentieren wollt und verwendet anschließend für alle Aufnahmen identische Einstellungen und gleiche Bildaufbauten. Dies fördert die Einheit einer solchen Bildserie und wirkt in sich einfach sehr viel stimmiger.

Und wenn Ihr zu faul seid, eine Serie zu fotografieren? Egal, macht halt ein Foto und erfreut Euch daran. Manchmal sind es die kleine Dinge, die einem zumindest wieder ein Lächeln entlocken können; auch wenn einem überhaupt nicht nach Lachen zumute ist…

Nachtrag:

Dazu passend vielleicht ein Bild von den Schattenspielen auf den Hildesheimer Wallungen. Das Wetter war zwar eine Katastrophe, aber trotzdem trauten sich viele Einwohner Hildesheims aus ihren Behausungen und bevölkerten die ehemaligen Wallanlagen. Gegen 0.00 Uhr wurde der Regen so stark, dass ich zum ersten mal ein wenig Bedenken hatte, ob die Dichtungen meiner K-5 das wirklich aushalten würden. Da ich aber keinen Rucksack dabei hatte, musste die Kamera es einfach ertragen und obwohl eine kleine Sintflut über sie hereinbrach, tat sie tadellos ihren Dienst. Bravo Pentax!

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